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20 Oktober 2017

Lego Robotics im Schuljahr 2011/2012

iicc robotics

Standort: Heilstättenschule Linz Jugendpsychiatrie an derLNK Wagner – Jauregg

Zu Beginn des Schuljahres wurde unserem Standort der Baukasten von Lego mindstorms von der LFKK zur Verfügung gestellt. Die Freude war groß, nicht nur bei den Schülern. Nun stellte sich die Frage, wie man bzw. wann man die Arbeit mit dem Baukasten in den Unterricht einbauen kann.

Man muss dazu anmerken, dass an diesem Standort Jugendliche unterrichtet werden, die sich in mehr oder weniger großen Krisensituationen befinden bzw. zu Therapiezwecken tagesklinisch betreut werden.

In der Jugendpsychiatrie der Landesnervenklinik betreibt die Heilstättenschule Linz drei Klassen (Stationsklasse, Tagesklinikklasse und Mischklasse). Nähere Informationen dazu findet man auf der Homepage der Heilstättenschule Linz. Pro Klasse werden 9 – 12 Schüler betreut.

Begonnen wurde mit dem Projekt Lego Robotics in der Stationsklasse, da ich dort hauptsächlich unterrichte. In dieser Klasse werden Schüler unterrichtet, deren Krankenhausaufenthalt ungefähr drei Wochen lang dauert.

Der Einstieg ins Projekt war spannend. Es war nicht immer leicht, die Zeit zu finden, die für das Projekt benötigt wurde. Außerdem ist es nach wie vor schwierig, sich auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände der Jugendlichen einzustellen. Die Abwechslung vom „normalen Krankenhausschulalltag“ war und ist den Schülern jedenfalls immer sehr willkommen, da wir in unserer unterrichtlichen Tätlichkeit den Auftrag und das Ziel haben, den Schullaufbahnverlust der Jugendlichen so gering wie möglich zu halten. Bei 21 Schulwochenstunden kann das sowohl für die Lehrer als auch die Schüler sehr stressig werden.

Es hat sich jedenfalls herausgestellt, dass man mit einem Legobaukasten gut mit zwei bis höchstens drei Schülern arbeiten kann.

Sehr positive Erlebnisse hatten wir mit der Partnerarbeit, beim Bauen und Konstruieren der Robotermodelle. Schüler denen man es nicht zutraute, dass sie mit anderen arbeiten würden, schafften es häufig sich auf ihr Gegenüber einzustellen. Auch entgegen allen Befürchtungen wird mit den doch sehr empfindlichen Bauteilen sehr sorgsam umgegangen. Schön ist es immer wieder mit ansehen zu können mit welcher spielerischen Freude die Jugendlichen an das Thema herangehen. Es genügen in den meisten Fällen wirklich nur grundlegende Erklärungen um die Schüler zu motivieren.

Eine Aussage von Felix (14), einem eher ängstlichen und in sich gekehrten Schüler, kann die Arbeit mit Lego-Robotics an dieser Stelle meines Erachtens gut unterstreichen. Er hatte ständig eine große Sehnsucht nach zu Hause und war schwer auf der Station zu halten. Nachdem er mit Lego – Robotics arbeiten durfte verringerte sich sein Heimweh zusehends. Er verbalisierte das auch mit folgender Aussage: „Wenn ich öfter mit dem Lego Roboter arbeiten kann, halte ich es auch länger auf der Station aus.“ Das Bauen mit Lego war für ihn eine richtige Ressource. Schnell wich er von den normalen Bauplänen ab und konstruierte seine eigenen Modelle. Auch das Programmieren bereitete ihm nur wenige Schwierigkeiten. Er ging vor allem beim Arbeiten mit Lego vermehrt aus sich heraus und immer öfter in Kontakt mit seiner Umwelt.

Was auffällt ist, dass einige Schüler aufgrund ihrer Fertigkeiten Probleme mit dem Programmieren haben. Diese vertiefen sich dann vermehrt ins Bauen fernab jeglicher Baupläne und überlassen anderen Mitschülern die Programmierarbeit, was völlig legitim ist, da sich daraus schon ganz spannende und amüsante Gebilde ergeben haben.

Für solche Schüler haben wir eine Lego-App für das Smartphone mit der sie den Roboter fernsteuern können.

Was ich im Zusammenhag mit dem Lego-Baukasten mehr forcieren will ist, das Interesse der weiblichen Jugendlichen für die Technik mehr zu schüren, da es doch sehr auffällig ist, dass diese eine größere Scheu zeigen. Es melden sich vermehrt Burschen zum Legoprojekt.

Ein weiterer spannender Schritt im Zusammenhang mit Lego Robotics ist die Schülerbeobachtung. Man kann sich über Beobachtungen, die beispielsweise das sensorische Verhalten, die Handlungsplanung oder das Sozialverhalten etc. betreffen, mit Ärzten oder Therapeuten professionell austauschen und wichtige Hinweise zum Schüler geben.

Mittlerweile fragen Kolleginnen, ob ich ihnen nicht die eine oder andere Funktion der Lego-Roboter erklären kann, da sie selbst gerne mit den Materialien arbeiten würden.

Auch in der Abteilung widerfährt dem Projekt einerseits eine große Zustimmung und andererseits ein großes Interesse.

Der Lego-Robotics Baukasten wurde der Abteilung im Rahmen einer Gesamtkonferenz präsentiert und von allen Beteiligten, angefangen vom Primar, bis hin zu den Berufsgruppen die mit den Jugendlichen arbeiten, als ein sehr tolles Projekt gut geheißen. Während der Präsentation wollten sie „Kunststücke“ des Roboters sehen und stellten gezielt Fragen.

Wir wurden von einer Kollegin mit Lego-Technikbausteinen versorgt, da sich ihr Sohn anderen „Dingen“ zugewandt hat. Das erweiterte unsere Möglichkeiten um ein Vielfaches.

Von Herrn Höfler, dieser leitete ein Lego-Robotics Fortbildung, haben wir eine Lego League Wettkampffläche zur Verfügung gestellt bekommen.

Das einzige Problem ist der sehr begrenzte zeitliche Rahmen, der uns zur Verfügung steht. Es kommt deshalb schon einmal vor, dass sowohl Lehrer, als auch Schüler freiwillig in die Schule kommen und am Nachmittag weiterarbeiten.

Zur Zeit ist ein Film in Arbeit, der demnächst veröffentlicht werden wird. Das Thema des Films wird es sein, den Weg eines Jugendlichen im Krankenhaus zu beschreiben. Wenn er freigegeben wird, wird er auf der Homepage veröffentlicht werden.

Weitere Pläne sind, die breitere Öffentlichkeit zu informieren. Begonnen wird mit der Mitarbeiterzeitung der Gespag.